Irgendwann muss jeder mal nach Dassel!


Max und Jürgen bei der Sollingquerung

Am Sonnabend, den 3. November 2019, fand die 8. Sollingquerung statt: ein 48 km langer Ultralauf von Bad Karlshafen nach Dassel. Und Max und ich waren dabei. Jan war beruflich in Österreich, hatte ja aber ohnehin schon nach der Harzquerung angekündigt, dass er sich künftig auf die kürzeren Distanzen konzentrieren will.
Eigentlich wollten wir an diesem Lauf schon 2017 teilgenommen haben, aber als wir uns zur Anmeldung entschlossen, war er doch tatsächlich ausgebucht. So ist das mittlerweile in der Ultralaufszene: Gerade die eher kleinen und familiären Läufe sind sehr schnell belegt, und das wundert ja auch niemanden, der feststellt, wie groß das Interesse an den Ultralaufdistanzen geworden ist. 1000 Läufer bei der Harzquerung und über 1800 beim Rennsteiglauf sprechen da schon eine sehr deutliche Sprache.
Um nun in diesem Jahr nicht wieder die Anmeldung zu verbummeln, haben wir uns schon am ersten Tag der Anmeldemöglichkeit registriert. Schon um 10 Uhr am Morgen des 1. Juni aber war schon mehr als die Hälfte der 90 Plätze vergeben. Wer sich also für diesen Lauf interessiert, der sollte schnell sein. Spontan nachmelden geht nicht!
Wie meistens, wenn ein Lauf nicht um die Ecke ist, reisten wir schon am Vortag an. Man hat einfach mehr Ruhe und auch die Vorfreude wird nicht unbedingt kleiner. Die A 7 war wie immer eine Katastrophe. Schon ab Verden entschieden wir uns gegen den wohlgemeinten Rat von GoogleMaps und fuhren über die B 215, die B 6 und die B 3 nach Dassel, wo wir im Hotel "Deutsche Eiche" zwei Zimmer reserviert hatten. Na klar, ein Hotel, keiner von uns hält etwas von den miefigen Turnhallenübernachtungen mit schnarchenden Bärinnen und Bären. Und in Dassel wird man schon erwartet und namentlich begrüßt, bevor man sich vorgestellt hat. Und nun eben schnell das Gepäck aufs Zimmer bringen, dann aber ran an das Büffet, das dort für die Läufer aufgebaut war. Die Wirtsstube war voll, und die Kleidung der Gäste und vor allem das Design der Armbanduhren wies alle Gäste als Läufer aus. Und wie immer, wenn Ultraläufer aufeinander treffen, war die Atmosphäre mal wieder äußerst entspannt. An dem einen Tisch (ich vermutete dort schon den Sieger des Laufs - so schneidig wie die jungen Hirschen aussahen) wurde über Laufequipment gefachsimpelt und Bier getrunken, an einem anderen Tisch saßen etwas ältere Herren und spielten Karten und tranken Bier, und auch wir bedienten uns am Büffet, das auch auf Vegetarier vorbereitet war - und tranken Bier. Einbeck ist schließlich gleich um die Ecke. Aber nach drei Bieren war Schluss, für den nächsten Morgen ist frühes Aufstehen angesagt.
Um 5.30 Uhr riss mich mein Handywecker aus dem Schlaf. Um kurz nach 6 Uhr saßen wir beim Frühstück, und um kurz nach 7 Uhr fuhren wir die paar hundert Meter vom Hotel zum Stadion an der Lehmbreite in der Lessingstraße, wo dann Stunden später auch das Ziel war. Hier im Vereinsheim des veranstaltenden SC Dassel herrschte schon das übliche Gewusel bei der Startnummernausgabe. Wir entschlossen uns, das Gepäck in der Umkleidekabine zu deponieren, denn die wurde abgeschlossen, und somit waren die Sachen hier sicherer als im Auto. Das einzige Problem war nur: Was ziehen wir an? Was lassen wir hier? Draußen war es bitter kalt (so um die 0° C), und die Busse, die uns zum Start nach Bad Karlshafen fahren würden, kehrten nicht nach Dassel zurück, so dass wir also alles, was wir während des Laufs nicht brauchten, hier lassen mussten. Und da viel Sonnenschein und Temperaturen bis zu 15° C angekündigt waren, durften wir nicht allzu sehr auf unsere frierende Körper hören. Gut, dass es plötzlich 7.45 Uhr war! Da sollten die beiden Busse starten, und wir standen immer noch in der Herrenumkleide herum. Max rätselte, ob er das Auto wohl abgeschlossen hatte, und so sprintete er noch einmal zum Parkplatz (es war tatsächlich nicht abgeschlossen!), während ich mich trabend zu den Bussen aufmachte. So waren wir in Bewegung, und im Bus war es warm. Warm und laut! Denn so entspannt die Ultralaufszene meistens fast immer ist, wenn man mit Gleichgesinnten zusammensitzt oder alte Bekannte wiedertrifft - na, dann gibt es viel zu erzählen. Übrigens gibt es auch viel zu riechen: Wenn sich der Duft einer reifen Banane, die sich der eine genüsslich in den Mund schiebt, mit dem Odeur des Pferdebalsams, das der andere auf seine Beine geschmiert hat, mischt: dann ist es kurz vor dem Start. Und wenn 43 Leute viel zu erzählen haben, dann wird es schon mal etwas lauter. 43 Leute? Ja, zwei erzählten nichts: meine junge Sitznachbarin und ich. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das einen von uns gestört hätte.
Die Busfahrt vermittelte uns schon einen ersten Eindruck, von dem, was auf uns zukam. Eine wunderschöne, herbstlich herausgeputzte Natur bei blauem Himmel und Sonnenschein - und Steigungen. In Bad Karlshafen aber herrschte zuerst einmal Nebel vor. Wir suchten Schutz vor der Kälte in den Weserthermen, und wenn man schon mal da ist, kann ja jeder auch noch einmal die Toilette benutzen. Vorsichtshalber, versteht sich, man weiß ja nie. Also bildeten sich wie überall, wo Läufer dem Start entgegenharren, lange Schlangen vor den Klos.
Pünktlich um 9 Uhr ging es los. 90 Leute in Läuferkleidung (mal mehr, mal weniger dick eingepackt) machten sich nach einem kurzen Briefing des Organisators Ariën Walgers auf den Weg. Ariën führte das Feld über die Weserbrücke und aus der Stadt heraus. Die Weser selbst war wegen des dicken Nebels nicht zu sehen, auf der Brücke zeigte mir aber ein Blick über die Schulter nach hinten zu meinem gelinden Schrecken, dass wir ziemlich am Ende des Feldes waren. Wo es in den Wald hineinging, blieb Ariën (vorerst) stehen und klatschte die Läufer ab. Und dann - ging erst einmal das Wandern los. Der Trail war schmal, Herbstlaub bedeckte die Baumwurzeln und ein paar Steine, Vorsicht war also angesagt, und wir sangen das alte Läuferlied: "Über Stock und über Steine, aber brich Dir nicht die Beine."
Aber nach einer kurzen Zeit waren wir auf einem breiten Fahrweg und konnten unser Tempo finden. Max und ich hatten so grob fünfeinhalb Stunden für die 48 km veranschlagt. Schlau, wie wir sind, hatten wir in der DUV-Statistik nachgesehen und festgestellt, das Harzquerungsabsolventen die Sollingquerung um und bei eine halbe Stunde schneller laufen. Entsprechend legten wir im 6er-Tempo los, zumindest auf den flachen Stücken. Davon gab es zwar auch welche, erst einmal geht es aber nach oben, und zwar so weit, dass wir schnell über den Nebelwolken waren, die im Wesertal festhingen. Ariën hatte besonders schöne Ausblicke mit Hinweisschildern gekennzeichnet, zu sehen war aber nichts. Aber dafür waren wir im herbstlich gefärbten Wald, die Sonne schien, der Himmel war blau - beste Laufbedingungen!
Nach ein paar Kilometern, als wir uns so langsam in den Lauf hineingefunden hatten, schloss von hinten ein Läufer zu uns auf. Das war Ariën, der Organisator. Er machte also auch nach dem Abklatschen den Lauf mit. Cool - hat man auch nicht immer! Wir kamen ins Reden, er erzählte von seinem Lauf, aber auch von den vielen Ultras, die er schon in den Beinen hat: mehrfach Biel und Rennsteig und die Harzquerung. Und natürlich seine Sollingquerung. An einem etwas giftigen Anstieg zog er uns davon, auf zu den nächsten Läufern vor uns, um auch mit denen ein paar persönliche Worte zu wechseln.
Etwa bei Kilometer 10 der erste Verpflegungsstand. Vorher aber mussten wir beweisen, dass wir nicht nur etwas in den Beinen, sondern auch im Kopf haben. Auf der Lichtung befindet sich ein Labyrinth, und es gab keine Chance, es zu umgehen, wenn man nicht über die Absperrbalken oder das Trassierband klettern (oder je nach Lebensalter springen) wollte. Aber wer ist denn schon so humorlos? Na, den einen oder anderen Läufer in unserer Nähe sah ich schon die Nase rümpfen oder hörte ihn murren, aber das Labyrinth war so kompliziert nun auch wieder nicht und auf die paar Sekunden kommt es ja wahrlich auch nicht an. Oder doch? An diesem und auch an allen anderen VP's: Nette Menschen, warmen Tee, kalte Getränke, Obst, Müsliriegel, Schokolade, all das, was man so braucht, wenn man mal wieder etwas länger dauert.
Touristische Hinweise zur Strecke kann ich kaum machen. Die Schönheit der Natur steigerte sich, soviel steht fest, das Läuferfeld passierte ein Gut (ich nehme an, das war das Schloss Nienover, bin mir da aber nicht sicher), und nach 15 km kommt man durch Schönhagen, wo eine Straße überquert wird. Wenn man vor dem Ort aus dem Wald heraus kommt, dann sieht man gegenüber auf dem nächsten Höhenzug mit einer gewissen Ehrfurcht den Sollingturm, von dem man weiß, dass dort die Strecke entlangführt. Das sind schon ein paar Höhenmeter, die sich da auch optisch ganz gut präsentieren.
BILDSpätestens so etwa ab dem zweiten Verpflegungsstand waren Max und ich im - wie sagt man so schön neudeutsch: im Flow. Nachdem wir noch in Bad Karlshafen ziemlich am Ende des Feldes waren, hatten wir unterwegs immer mal den einen oder anderen überholt, aber jetzt, so nach 17 Kilometern zogen wir das Tempo etwas an. Nicht etwa, weil das unsere Rennstrategie gewesen wäre, es ergab sich so, wir waren gut drauf, Endorphine wühlten sich durch den Körper, das Laufen machte großen Spaß und die Beine sagten sich: Also gut, hey, auf geht's. Und das war denn auch das Thema des zweiten Teils des Laufes. Wir hielten uns nicht länger als nötig an den VP's auf. Dumm war nur, dass an einem Stand mitten im Wald ein DRK-Rettungswagen sich so ziemlich zeitgleich mit uns auf den Weg machte. So ein Diesel mitten im schönsten Naturerleben kann ganz schön nerven, auch wenn er stets gut hundert Meter Abstand hielt und keinerlei Anzeichen machte, uns zu überholen, obwohl wir längst den Fahrweg freigemacht hatten. Als wir einen Läufer überholten, rief ich dem zu: "So, jetzt hast Du den Besenwagen hinter Dir!" Und tatsächlich, der Wagen überholte auch diesen Läufer nicht und hielt brav Abstand. Na dann lass uns mal Gas geben! Ja, und das funktionierte, wir überholten (nach kurzer Gegenwehr) die junge Frau, die im Bus neben mir gesessen hatte, und den einen und anderen Läufer und irgendwann war das Gebrumme des Diesels nicht mehr zu hören. Und wo wir gerade dabei sind und alles so schön locker und flockig läuft, dann überholen wir auch den da vorne noch und den und den. Was so ein bisschen Generve eines dieseligen Rettungswagen alles bewirken kann! Auf den Abstiegen vergeudeten wir keine Energie fürs Abbremsen und so näherten wir uns Kilometer 30. Vorher gibt es noch einen kurzen, aber richtig fiesen Anstieg (Wir zitieren dann immer Frank Pachura beim Lauf um die Burg Are: "Ich kann mit meinen Händen den Boden berühren!"), aber danach geht es moderat weiter, und hinter dem Hochseilklettergarten in Silberborn ist der nächste VP.
Hier treffen wir Ariën wieder, er hat es sich auf einem Stuhl bequem gemacht. Während wir essen und trinken denke ich, dass er wohl von hier abgeholt wird, weil er als Organisator wahrscheinlich beim Ziel gebraucht wird, aber so ganz viel Gedanken mache ich mir darüber auch nicht, denn schon geht es weiter. Geizen wir gerade irgendwie ein bisschen mit der Zeit?
Den höchsten Punkt der Strecke bei km 27,5 haben wir hinter uns. Es geht zwar auch weiterhin bergauf und bergab, und manchmal ist für kurze Strecken auch wieder Wandern angesagt, aber wir haben ganz eindeutig das Gefühl, dass uns heute gar nichts aufhalten kann. Wir überholen Läufer um Läufer, pirschen uns heran und im Moment des Überholens geben wir Gas, dass die armen Kerle denken müssen: Gegenwehr ist völlig sinnlos, die beiden Schlusnüsse sind ja sowas von gut drauf, lass die bloß rennen! Max und ich thematisieren das kurz und beschließen, dass wir diese Taktik nicht "Demoralisierung" nennen wollen.
Ariën hatte es zu Beginn angekündigt. Bei km 38 hatte er folgendes Schild aufgestellt:
BildOkay, das machen wir! Spätestens ab jetzt nehmen wir den Fuß von der Bremse. Es geht tendenziell leicht bergab, und wir sind mit einer Pace um die 5 Minuten pro Kilometer unterwegs. In Gedanken gehen wir durch, wie oft wir überholt worden sind. Keinmal, oder? Halt, doch, einmal - und zwar von einem der schnellen Hirsche, die gestern Abend im Hotel saßen. Überholt haben wir oft. Es steht für uns völlig außer Frage, das das heute so bleiben soll.
Und dann? Tatsächlich, kurz vor dem letzten VP, so etwa bei km 40, erkennen wir vor uns den schnellen Hirsch. Max meint, das schaffen wir nicht mehr, aber wir sind zügig unterwegs, und der Hirsch kommt uns quasi entgegen. Um das Maß voll zu machen, startet Max kurz vorm Überholen eine Videoaufnahme und spricht in die Kamera hinein, wie gut es uns geht und dass das heute ewig so weiter gehen kann. Und dann gehen wir vorbei. Unser Läufer überlegt kurz, ob er versuchen soll, an uns dran zu bleiben, aber als wir das Angebot des letzten VP freundlich ausschlagen und vorbei donnern ("Hallo, hier gibt es was zu trinken!" - "Danke, aber wie haben es eilig!"), da ist es um ihn geschehen.
Die nächste Gruppe, die wir vor uns sehen, ist nun aber wirklich so weit vorne, dass wir da nicht mehr herankommen. Und es gibt auch noch ein richtig giftiges Wegstück: Runter vom breiten Fahrweg mit dem leichten Gefälle, wo man es rollen lassen kann, hinein in den dunklen Tannenwald - über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes. Das tut jetzt schon richtig weg, und aufpassen muss man auch noch, dass man nicht zu guter Letzt noch stürzt. Noch einmal überholen wir auf dieser Passage eine radlernde Teilnehmerin ("Ihr seid ja gut drauf!" - Ja, das sind wir wirklich), dann kommen bald erste Spaziergänger in Sicht: Eltern mit kleinen Kindern, Mütter mit Kinderwagen - untrügliche Zeichen, dass ein Ort in der Nähe ist, und dieser Ort kann eigentlich nur Dassel sein.
So ist es. Der Wald endet, wir kommen auf eine Straße, jetzt kann man wieder laufen, das Ortsschild fliegt auf uns zu. Zwar dauert alles etwas länger, als wir uns das so gedacht haben. Hier noch 'ne Goethestraße und da noch 'ne Schillerstraße, aber dann sehen wir das Straßenschild der Lessingstraße und dann das Stadion und dann das Ziel. Jeder Läufer wird beim Zieleinlauf lautstark gefeiert. Nach 4:52:11 Stunden sind wir als 31. und 32. im Ziel!
Und jetzt feiern wir: erst einmal uns selbst und unsere unverhofft schnelle Zeit, dann aber mindestens genauso lautstark (aber nach innen!) das aufgebaute Büffet. Obst, Salat und drei Nudelgerichte, davon eines für Vegetarier und sogar ein veganes. Und absolut lecker. Wir essen uns satt und trinken zwei alkoholfreie Weizenbiere, treffen auf Ariën, der gerade ins Ziel gekommen ist. Er erklärt uns, dass er bei all der Vorbereitung am Morgen das Frühstück versäumt hat. Klar, dann holt die Schwäche auch den versiertesten Ultraläufer ein. Wir holen unsere Urkunde ab und dann geht es los nach Hause. Es wäre sehr verlockend gewesen, noch ein bisschen da zu bleiben und mit den anderen Läufern zu fachsimpeln, aber zu Hause werden wir bei einem Familientreffen erwartet. Da bleibt zum Glück auch kaum Zeit zum Nachsehen, ob Wunden da sind, die man lecken müsste.
Alles in allem: Eine sehr gelungene Laufveranstaltung, bei der wirklich von vorn bis hinten alles passt. Liebevoll organisiert, prima Verpflegung, tolle Atmosphäre, nette Helfer - und wenn dann noch das Wetter so konstruktiv mitspielt, dann kann es nur eine ganz klare Empfehlung geben: Irgendwann musst Du nach Biel, na klar, aber irgendwann muss jeder auch mal nach Dassel, sonst fehlt etwas in Eurem Läuferleben! Aber glaubt nicht, dass das so einfach ist: Die Strecke hat es sowieso in sich, aber Ariën hat uns auch gesagt, dass es bei dem Limit von 90 Läufern bleiben wird. Es wäre auch schade, wenn durch ein viel größeres Läuferfeld der familiäre Charakter auf der Strecke bliebe. Deswegen notiert Euch den 01. Juni in Eurem Kalender, denn da startet das Anmeldeverfahren dieses Geheimtipps unter den Ultraläufen!


Dieser Beitrag wurde am 05.11.2018 von Jürgen geschrieben.

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