Der Deutsche Post Marathon Bonn 2019


Jan und Max beim Deutsche Post Marathon Bonn

Nachdem das letzte Jahr für mich lauftechnisch sehr positiv verlief und mein Bruder Jan nach Bonn gezogen ist, kam schnell die Frage auf, ob wir dort nicht beim Deutsche Post Marathon laufen sollten? Nach kurzem Hin und Her kamen wir zu dem Entschluss dort im April zu starten. Wir, das sind dieses Mal Jan, Heike und meine Wenigkeit. Der Rest der Lauffreunde-Truppe begleitete uns zu einem Familien-Lauf-Wochenende.
Ich habe für mich schnell festgelegt, dass ich so schnell wie möglich laufen möchte und das, obwohl die letzten beiden Frühjahrsmarathons (Hannover 2017 und Hannover 2018) aufgrund von Rekordtemperaturen ziemlich in die Hose gingen.
Letztes Jahr im Oktober bin ich in Bremen meine persönliche Bestzeit von 03:14:16 Stunden gelaufen. Dazu habe ich den Marathon Countdown (ein achtwöchiger Intensivplan) von Peter Greif gewählt. Das Programm war schon hart, hat aber Spaß gemacht und vor allem Früchte getragen. Aufgrund meiner positiven Erfahrungen entschied ich mich wieder für das Programm, passte aber meine gewünschte Zielzeit an. Ich habe mir 03:09:59 Stunden vorgenommen. Das fand ich ambitioniert und gleichzeitig realistisch.
Da mein Plan erst Anfang Februar starten sollte, konnte ich den Januar noch dazu nutzen die langen Einheiten zu festigen und etwas rumzudödeln.
Im Februar ging es dann aber richtig los. Eine durchschnittliche Trainingswoche umfasste etwa fünf Laufeinheiten und 90 bis 100 Kilometer: am Montag erwarteten mich 15 bis 18 Kilometer im Marathon-Renntempo (etwa 04:30 min / km), Dienstags sorgte Kraft- und Stabilisationstraining für einen Ausgleich, Mittwochs gab es unterschiedliche Intervalle im Halbmarathon-Tempo (etwa 04:10 min / km) und am Freitag standen oft eher lockere 15 bis 20 Kilometer (etwa 05:20 min / km) an. Den Höhepunkt der Woche bildete natürlich die große Runde: 35 Kilometer im extensiven Bereich (05:20 min / km) mit einer von Woche zu Woche größer werdenden Endbeschleunigung – drei Kilometer in der ersten Woche und 15 Kilometer in der letzten. Auf diesen letzten Kilometern sollte man alle verbleibende Kraft aus den Beinen mobilisieren und in Geschwindigkeit umsetzen. Ein hartes, aber lohnendes Unterfangen! Und um sich davon zu erholen, galt es am Sonntag nochmal zu einem lockeren Läufchen über 15 Kilometer aufzubrechen.
Die Wochen verflogen, ich habe die Belastung super verkraftet und konnte zwischen den Einheiten gut regenerieren. Als letzten Formtest vor dem Marathon lief ich den dritten Lauf der Bremer Winterlaufserie. Die 20 Kilometer (eigentlich eher 21 und ein paar zerquetschte Kilometer) lief ich in 01:26:54 Stunden! Daraufhin war ich so euphorisiert, dass ich schon von einer Marathonzeit unter 03:05:00 Stunden träumte und ich glaube, das wäre auch möglich gewesen, wenn ich nicht…
… Tja, wenn ich nicht direkt danach erstmal zehn Tage krank gewesen wäre. Das schmiss wieder alles über den Haufen und ich musste zusehen, dass ich mein Ziel von 03:09:59 Stunden nicht aus den Augen verliere. Die ersten Einheiten nach der Erkältung liefen noch nicht so recht, dann jedoch habe ich meine Form wiedergefunden und konnte das Training guter Dinge fortsetzen.
Ohne weitere Zwischenfälle und immer mit sehr guten Trainingszeiten schloss ich die Marathonvorbereitung und das dazugehörende Tapering ab. Ich hielt jedoch an meinem ersten Plan von 03:09:59 Stunden fest, weil mir durch die Erkältung gut 120 bis 150 Kilometer fehlten. In meiner direkten Vorbereitung kam ich so auf etwa 525 Kilometer.
Freitag, 05. April 2019 - Sottrum
Gegen späten Nachmittag brechen Heike, Charlotte und ich nach der Arbeit mit dem Auto gen Bonn auf. In irgendeiner scheiß Baustelle an einer völlig unnötigen Stelle werde ich geblitzt. Na ganz prima, das geht ja gut los…
Ohne weitere Beschwerden kommen wir trotzdem glücklich in Bonn bei der Wohnung von Jan und Sabrina an. Mama und Papa, die beide mit dem Zug nach Bonn gereist sind, erwarten uns bereits. Wir quatschen noch über dies und das – vor allem über bescheuerte Blitzer – und fahren dann ins gebuchte Mercure Hotel Bonn. Charlotte hat ihr Schlaflager bei Jan und Sabrina aufgeschlagen; genau wie Olli, Johanna und die kleine Pauline das tun werden, wenn sie am Sonnabend dazu stoßen.
Sonnabend, 06. April 2019 - Bonn
Gegen 09:00 Uhr treffen Jan und ich uns zu einem gemütlichen 2,5 km Nüchternlauf durch die neue Wohngegend von Jan. Wir lockern die Beine etwas und teilen unsere Lauf-Euphorie. Danach treffen sich die Schlusnüsse bei Jan und Sabrina zum gemeinsamen Frühstück. Gut genährt und bester Laune fahren wir in die Innenstadt zur Marathonmesse. Schnell und unkompliziert erhalten wir unsere Startunterlagen und das Marathonshirt. Nach ausgiebigem Stöbern auf der Messe wollen die Mädels noch ein wenig Shoppen. Wir Jungs setzen uns derweil bei herrlichem Wetter in ein Café und trinken ein alkoholfreies Weizen. Bis Johanna, Olli und Pauline zu uns stoßen, haben wir noch etwas Zeit. Also inspizieren wir auch gleich mal den Start- und Zielbereich. Hier kann man sich auf einer abgesperrten Strecke mit der Marathon-Weltspitze messen – man läuft ein kurzes Stück so schnell man kann und im Ziel wird errechnet, welche Marathonzeit herausgekommen wäre, hielte man das Tempo 42,195 Kilometer durch. Wir probieren das nicht aus, denn uns ist wohl bewusst, dass wir keinen Kilometer neben Eliud Kipchoge herlaufen könnten. Aber die Idee ist witzig und wird beim Publikum super aufgenommen.
Nachdem sich die Mädels mit den notwendigen Klamotten und Schnickschnack eingedeckt haben, fahren wir zurück in die Wohnung und warten auf die kurz nach uns eintreffende junge Familie. Wir trinken Kaffee, essen Kuchen und sind gut drauf.
Ein kleiner Spaziergang darf am Nachmittag auch nicht fehlen, ganz zum Wohlwollen der kleinen Pauline, die sehr bald im schaukelnden Kinderwagen einschläft – die hat‘s gut, ich würde auch gern einfach so mal einschlafen können.
Am Abend gibt es die wohlbekannte Vorwettkampfpizza. Routine zahlt sich eben aus. Die steigende Nervosität und der früh beginnende Tag lösen die Abendgemeinschaft aber schnell auf. Im Hotelzimmer legen Heike und ich unsere Sportklamotten für morgen bereit und dann wird geschlafen.
Sonntag, 07. April 2019 - Bonn
Pünktlich um 06:00 Uhr, zweieinhalb Stunden vor dem Start des Halbmarathons, treffen wir uns mit Papa zum Frühstück. Die Anspannung ist Heike schon anzumerken, mir aber mit Sicherheit auch. Wie vor jedem Wettkampf gibt es zum Frühstück das, was man am besten verträgt. Bei mir sind es zwei kleine Brötchen mit Marmelade und Honig, etwas Obst und Gemüse, Wasser und natürlich Kaffee.
Nach dem Frühstück machen wir uns fertig und fahren zusammen zu Jan und Sabrina. Wir fünf fahren mit dem Bus in die Innenstadt, der Rest schlummert noch und kommt etwas später an die Strecke.
In der Innenstadt am Startbereich angekommen, wird noch kurz alles Nötige besprochen und dann laufen Jan und Heike sich warm. Ich gehe mit Papa und Sabrina auf die Rheinbrücke, die die Läufer kurz nach dem Start überqueren. Von dort erhoffen wir uns einen guten Blick auf die Teilnehmer. Nachdem die Handbiker und Inlineskater gestartet sind, hören wir den Startschuss der Halbmarathonis. Bei mir kribbelt schon alles und als ich die ersten Läufer die Brücke hochtoben sehe, kriege ich Gänsehaut. Ich will auch starten und zeigen, was geht!
Wir müssen nicht sehr lange warten und Jan kommt an uns vorbei gerannt. Er möchte heute unter 01:30:00 Stunde bleiben. Diese „vorsichtige“ Zeit wählte er, da ihn im Frühjahr schon vermehrt Erkältungen zu schaffen machten und am Training hinderten.
Sowohl der Halbmarathon als auch der Marathon sind in unterschiedliche Starterfelder unterteilt, um dem Chaos beim Start Einhalt zu gebieten. Wir jubeln den durchlaufenden Teilnehmern zu und warten gespannt darauf, Heike zu sehen. Aber wir suchen vergeblich und bald kommt der Moment, in dem ich mich für meinen Start bereit machen muss. Sabrina und Papa bleiben an der Strecke, während ich auf der Suche nach einer freien Dixi-Toilette Richtung Startbereich marschiere. Tatsächlich laufe ich unterwegs an Heike vorbei, die noch immer auf ihren Start wartet und schon ganz kalte Füße (nein, nicht aus Angst, sondern wegen der frischen Morgentemperaturen und der fehlenden Bewegung) hat.
Nach meinem Besuch auf einem der kleinen blauen Kunststoffhäuschen fühle ich mich endgültig als könnte ich Bäume ausreißen. Ich bin heiß, voller Adrenalin und strotze vor Kraft. Kurz: ich fühle mich einfach sensationell! Gute Vorzeichen, denke ich mir.
Ich ziehe mich in der schon merklich warmen Sonne um und schmiere die stärker durch Reibung beanspruchten Körperstellen mit Babycreme ein. Ich trinke einen letzten Schluck von meinem Wasser und gebe meinen Kleiderbeutel bei der Garderobe ab.
So langsam schlendere ich in Richtung Start. Ich möchte unbedingt im ersten Block starten und das auch nicht zu weit hinten. Über Sabrina ließ Jan mir nämlich gerade noch ausrichten, dass ich mich ruhig weit vorne platzieren soll. Im Startblock lerne ich schnell, wie er darauf kommt: um mich herum stehen einige Läufer, die nicht für den ersten Startblock eingeteilt sind. Der Zugang zu den einzelnen Blocks wird zwar von Ordnern kontrolliert, einige besonders kluge Zeitgenossen klettern aber über die Absperrungen und sorgen so für chaotische Zustände bei einer eigentlich gut organisierten Veranstaltung. Schade, wenn es bei einer Sportveranstaltung an Sportsgeist fehlt.
Während wir nun gebannt auf den Start warten, komme ich mit einem anderen Läufer ins Gespräch. Er heißt Frederic, kommt aus Frankreich und strebt eine Zielzeit von 02:50:00 Stunden an! "Mahlzeit!", denke ich mir. "Ich stelle mich wohl doch besser ein paar Reihen weiter nach hinten..."
Irgendwann kommt dann die heiße Phase. Der Bürgermeister von Bonn richtet ein paar nette Worte an alle Läufer und der Startsprecher macht richtig Stimmung. Leider versaut er das super Intro von AC/DCs Hells Bells, da hat er ein bisschen viel geredet!
Der Countdown wird heruntergezählt und es läuft los. Ich komme super aus dem Startbereich und stürme Richtung Brücke. Ich spüre die Kraft aus meinen Beinen, die Leichtigkeit meines Schrittes. Ich bin völlig euphorisiert. Nach kurzer Zeit laufe ich an der Lauffreunde Schlusnus-Gruppe vorbei und schaue das erste Mal auf meine Uhr: 04:15 min / km! Viel zu schnell! Gut, das passiert schon mal im Eifer des Gefechts. Ich bremse mich und laufe den ersten Kilometer nur leicht zu schnell in 04:20 min / km. Die folgenden Kilometer laufe ich strikt nach Plan, egal wer mich wie schnell überholt.
Mein Plan gibt mir vor, die ersten 15 Kilometer in 04:28 bis 04:30 min / km zu laufen. Die folgenden zehn Kilometer soll das Tempo auf etwa 04:20 min / km erhöht werden. Der verbleibende Rest dann so schnell es geht, aber möglichst nicht langsamer als 04:25 min / km.
Nach diesem Prinzip bin ich auch in Bremen gelaufen und kam damit wunderbar zurecht. Heute soll aber alles etwas anders kommen…
Ich laufe das anfängliche Tempo völlig problemlos, merke jedoch schon sehr früh, dass die Sonne heute ein Problem für mich werden könnte. Mein großer Fehler: auf das Problem gehe ich gar nicht näher ein. Ich laufe einfach stur weiter meinen Tempoplan, schließlich bin ich so gut trainiert und guter Dinge.
Nach zehn Kilometer habe ich 44:30 Minuten auf meiner Uhr stehen. Voll nach Plan, supergeil. Also weiter!
Ich habe etwas mehr als 13 Kilometer auf der Uhr und es muss sich ein Wendepunkt nähern, denn es kommen mir auf der anderen Straßenseite viele Läufer entgegen. „Hey Max, hau rein!“ höre ich. Das war meine liebe Heike. Witzig, dass man sich unter so vielen Leuten sieht.
Der Wendepunkt will nicht so recht näher kommen. Hier ist es etwas zäh. Die Strecke geht leicht bergauf, es sind kaum Zuschauer an der Strecke und die Sonne verbrennt mir meine Glatze. Endlich am Wendepunkt angekommen, sind die 15 Kilometer auch voll. Jetzt verschärfe ich tatsächlich das Tempo und passe es (dummerweise) nicht den Temperaturen an. Auch die neue Intensität stellt meine Beine vor keine allzu großen Herausforderungen und so hat die Vernunft gar keine Möglichkeit, bei mir einzukehren. Ich laufe nach Plan und leide unter der Hitze. Die Strecke führt jetzt in die Stadt und wird lebhafter am Rand. Der absolute Stimmungshöhepunkt erwartet uns am Münsterplatz, da ist richtig Bambule!
Der Halbmarathon ist durch. Etwa 01:34:00 Stunden habe ich gebraucht. Das ist völlig in Ordnung, jedoch habe ich irgendwo schon ein wenig Zeit verloren.
Ich laufe wieder Richtung Rheinbrücke in die zweite Runde. Dort stehen Papa und jetzt auch Jan. Sie feuern mich an und ich beschwere mich über die brennende Sonne. Am Scheitelpunkt der Brücke oder vielleicht etwas danach, bei Kilometer 22 merke ich, wie mein Kopf plötzlich schwerer wird. Ich denke mir: „Verdammt, was ist plötzlich los?“ Wobei so plötzlich kommt es eigentlich nicht, es hat sich ja schon vorher angedeutet. Naja, mir kommt es in diesem Moment sehr plötzlich vor und ich kann mein Tempo erst nur knapp und später merklich nicht mehr halten. Ich laufe durch Bonn Beuel und muss viel trinken. Ich habe sowieso schon den ganzen Marathon, wenn es denn ging, etwas an den Verpflegungspunkten getrunken. Doch jetzt muss ich mehr trinken und vor allem meine heiß gelaufene Birne runter kühlen. Den anderen Läufern geht‘s nicht viel besser als mir. Ich überhole sogar noch den einen oder anderen.
Mein Wasser- und Kühlungsbedarf wird immer stärker und ich bleibe zwischendurch an den Verpflegungspunkten stehen. Etwa bei Kilometer 27 habe ich ein richtiges Tief und muss ein Stückchen fluchend gehen. Ich laufe wieder an, schaffe aber mal gerade so eine Pace von 5:00 min / km. Da ich nun schon viele Minuten liegen gelassen habe, mache ich mir keine Hoffnungen mehr auf eine persönliche Bestzeit. Mein Kampfgeist ist gebrochen.
Die super netten Bonner haben an diesem heißen Tag viele private Verpflegungspunkte aufgebaut. Zum Teil können sich die Läufer mit einer kalten Dusche etwas abkühlen. Ich nutzte jede Gelegenheit aus und bleibe kurz stehen.
Ich „laufe“ wieder auf die Rheinbrücke. Zurück zu Papa und Jan. Bei ihnen angekommen halte ich wieder an, trinke deren Wasser aus und schütt‘le ab und zu meinen Kopf. Papa fragt schon, ob es nicht besser wäre, aufzuhören. Dieser Gedanke ist gar nichts für mich. Don‘t give up ‘til it‘s over! Ich humpel‘ weiter, laufe eine Schleife und komme dann unter der Rheinbrücke direkt an die Rheinpromenade. Dort erwartet mich die mittlerweile vollzählige Lauffreunde-Gruppe. Ich halte wieder an.
Glücklicherweise fragt Papa jetzt nicht mehr, sondern spricht es aus: „Max, hör‘ auf! Das ist Raubbau an deinem Körper! Du kannst noch einen anderen Marathon schnell laufen. Mach‘ deine gute Form nicht kaputt!“ Diesmal zieht es sofort. Ich sacke zusammen und lege mich auf den Bürgersteig. Ich gebe den Lauf auf.
Ich bin völlig fertig und kann nicht glauben, dass ich aufgegeben habe. Das habe ich noch nie gemacht, unglaublich! Als ich wieder zu Luft komme und der Sauerstoff wieder mein Gehirn erreicht, gehen wir zum Zielbereich und holen meinen Kleiderbeutel. Ohne große Umschweife machen wir uns auf den Weg zur Wohnung. Auf dem Weg kaufen wir ein leckeres Eis und eine eiskalte Cola.
In der Wohnung angekommen, duschen erstmal alle Läufer. Ich bin mental - aber auch körperlich - so kaputt, dass ich auf dem Sofa einschlafe. Wir stärken uns noch und machen uns dann auf den Heimweg.
Fazit: Die Strecke des Bonner Marathons ist wirklich super geführt. Man läuft durch richtig tolle Gegenden und am schönen Rhein entlang. Die Bonner sind ein super Publikum und feuern die Läufer an und machen sogar private Wasserstände – wirklich spitze. Einzig die zweite Hälfte der Runde entlang der Rheinaue ist teilweise etwas spärlich mit Zuschauern besetzt.
Ich konnte diesen Lauf leider nicht so genießen, wie ich es normalerweise tun würde. Da ich die offensichtlichen Zeichen (also die sehr warmen Temperaturen und die pralle Sonne) nicht berücksichtigt habe, musste ich meinen ersten Wettkampf aufgeben. Hätte ich das Tempo den Bedingungen angepasst, eine Kopfbedeckung getragen oder etwas mehr Salz zu mir genommen, wäre es vielleicht doch ein schönes Lauferlebnis geworden – Bestzeit hin oder her. Aus Fehlern lernt man und das werde ich tun.
Es kann nicht immer nur bergauf gehen, es gibt auch hin und wieder mal einen Dämpfer, der einen auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Und nur weil dieser Lauf für mich echt suboptimal lief, werde ich nicht aufgeben oder aufhören zu laufen. Ich werde weiter trainieren – Don’t give up ’til it’s over!
Übrigens: Jan konnte sein selbst gestecktes Ziel nicht ganz erreichen. Er überquerte nach 01:30:07 Stunden die Halbmarathon-Ziellinie und verpasste seine eigene Vorgabe damit um acht Sekunden. Auch ihm machten die unerwartet sommerlichen Temperaturen zu schaffen. Heike, die so lange im Startbereich warten musste, durchlebte einen kleinen klimatischen Schock – vom Schatten im Startbereich hinein in die brütende Hitze der Häuserschluchten. Sie lief die Halbmarathon-Distanz in 02:32:58 Stunden.


Dieser Beitrag wurde am 28.05.2019 von Max geschrieben.

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